Mädchen – ihr könnt alles werden!
von: A&B FACE2NET | 5. Mai 2008 | Kategorie: post it
Girls’ Day am 24.4.08 bei A&B FACE2NET: In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) haben wir zehn Mädchen zu uns eingeladen. So weit, so gut, aber was veranstalten wir mit ihnen? In einem rein weiblichen Vorbereitungs-Meeting entscheiden wir als Grundidee, die vier Berufsbilder Beraterin, Programmiererin, Art Directorin und Unternehmerin so interessant wie möglich zu präsentieren und in die Vorstellung einzubinden: “Wie macht man eigentlich eine Website?” Was noch fehlt, ist ein spannendes Thema. … Essstörungen wäre doch was Feines! Und schon sprudeln in der Vorbereitung die Ideen, wenn auch technisch und inhaltlich total überzogen. Der Gedanke, den jungen Mädchen wertvolle Hilfe bei der Berufswahl geben zu können, macht unsere Kreativität schier grenzenlos.
Andererseits haben wir nur drei Stunden Zeit, also specken wir noch mal ordentlich ab. Übrig bleibt der Plan, uns mit persönlichen Lebensläufen vorzustellen, ein kurzes Brainstorming sowie eine Konkurrenzrecherche im Netz anzuschließen und danach beispielhaft für gute Programmierleistung einen BMI-Rechner (body mas index) zu erläutern.
Dann ist es endlich soweit, die girls’ day girls treffen in der Agentur ein – 20 Minuten zu früh! Als adhoc-Vorprogramm betonen wir die vielen Möglichkeiten, die junge Frauen heutzutage haben, frei nach dem Motto “Ihr könnt machen was ihr wollt, aber passt trotzdem auf, dass ihr nicht untergeht” und blicken dabei in recht ausdruckslose Gesichter. Also weiter zum nächsten Punkt: unser Thema Essstörungen … ruft keinerlei Regung hervor. Das Brainstorming verläuft mau und wir merken, dass wir in unserem Übereifer zu schnell sind. Auf unser Nachhaken: “Habt ihr dazu noch Fragen?” kommt nichts, zum Schluss dann doch: „Kann ich mal aufs Klo?” – Ah ja…
Noch eine Stunde. Wir starten den Frontalangriff: “Wie ist das denn bei euch zuhause, was für Berufswünsche habt ihr und was machen eure Mütter?” Heraus kommen recht interessante Vorstellungen, alles noch etwas unausgegoren. Wir fragen uns, was in den Schulen so neben Mathe und Deutsch eigentlich vermittelt wird. Kinder wollen sie alle haben, von zehn Mädchen wollen sogar vier jeweils drei Kinder bekommen – Deutschland ist gerettet. Die Pfiffigste will Polizistin werden – schade eigentlich, Kanzlerin wäre auch schön…
Von den zehn Gymnasiastinnen wissen allerdings drei nicht so genau, was ihre Mütter beruflich machen… Eine von ihnen kann immerhin erzählen, dass die Mutter irgendwas mit Service oder so im BMAS macht. Das abschließende Gespräch findet dann wieder im BMAS statt und wird von der Leiterin Abteilung V “Belange behinderter Menschen, Rehabilitation, Sozialhilfe und Soziale Integration” Erika Huxhold geführt, einer sehr interessanten Frau mit gelungenem Quereinstieg.
Was zurück bleibt am Ende des girls’ day ist das Gefühl, dass alles an den Mädchen vorbei oder gar durch sie hindurch geflossen ist. Nichts hat sie wirklich interessiert. Aber dann erinnern wir uns: In dem Alter sah man uns nicht die kleinste Rührung im Gesicht an, wenn Erwachsene schlau daher geredet haben. Aber die wirklich wichtigen Dinge und Personen haben wir nie vergessen und die haben Einfluss auf unser Handeln bis heute. Und so gilt damals wie jetzt: Erwachsene, gebt euch Mühe, es lohnt sich – später.
