Politische Krisen-PR im Internet
von: A&B FACE2NET | 22. Dezember 2005 | Kategorie: politiktrends online
Krisensituationen aktiv begegnen
Jede Institution in unserer differenzierten und komplex vernetzten Medienwelt ist ein öffentlicher Akteur und steht mehr oder weniger unter öffentlicher Beobachtung: Große Unternehmen, auch kleine Mittelständler und natürlich vor allen Dingen Regierung, Ministerien und Parteien. Letztere befinden sich dabei ständig im Kreuzfeuer der Kritik von politischen Gegnern und Medien. Eine andauernde Krisensituation?
Im Gegensatz zum üblichen politischen Streit kann sich an Personen oder politischen Projekten, Aktionen oder Ereignissen plötzlich und ganz direkt die Kritik oder gar der Zorn der Öffentlichkeit entladen. Die Beispiele reichen vom Vorgehen der örtlichen Polizei bei einer Demonstration über die Spendenskandale der CDU und der SPD bis hin zum Protest gegen die Hartz IV – Bestimmungen. Die Dramaturgien einer Krise können verschieden sein, allen aber ist gemein, dass sich die Akteure mehr oder weniger plötzlich in der Kritik der Öffentlichkeit befinden. Lähmend wirkt dabei das Gefühl, keinen Einfluss mehr auf die Situation nehmen zu können, wenn sich die Dinge überschlagen.

Aktive Kommunikationsarbeit
Die Krisen – PR will dieser anscheinenden Machtlosigkeit vorbeugen und Instrumente zur Verfügung stellen, um das Entstehen einer Krise zu erkennen und vorbereitet darauf reagieren zu können.
Als Hauptnachrichtenquelle kann das Internet als Frühwarnsystem dienen und als Monitor für die öffentliche Meinung. Gerade in politischen Foren und auf den Seiten von politischen Gegnern lassen sich Argumente identifizieren, mit denen das politische Unternehmen in der Zukunft konfrontiert werden wird. Darauf lassen sich gezielt Gegenargumentationen aufbauen.
Das Wichtigste in einer Krise ist, Vertrauen zurück zu gewinnen. Das gelingt vor allem durch konsequente Transparenz und umfangreiche Information in verständlicher Form. Hier kann das Internet die Führungsrolle als Informations- und Kommunikationsplattform übernehmen. Dabei richtet sich die Kommunikation nicht nur an die externe Öffentlichkeit, sondern auch nach innen.
Nun ist eine Partei keine Firma, bei der öffentliche Kritik am Produkt Strafen nach sich ziehen kann, ganz im Gegenteil trägt diese zur Meinungsbildung bei. Um aber auch innerparteilich sachlich argumentieren zu können, ist eine zentrale und kontinuierlich aktualisierte Informationsplattform ein wichtiges Instrument.
Bereits im Vorfeld von drohenden Krisen können Seiten im Internet geschaffen werden, die Argumente enthalten, die zu erwartende Kritik entkräftet und eine einheitliche Linie vorbereitet. Solche „Darksites“ werden bei Bedarf freigeschaltet und können sofort über Suchmaschinenmarketing beworben werden. Mit dem Aufbau einer solchen Seite werden überdies von vornherein mögliche Probleme reflektiert und durchdacht und die relevanten Ansprechpartner identifiziert. Schon allein dieses „Üben“ erleichtert später den Umgang mit Krisensituationen.
Fazit
Aktion und Transparenz sind die wichtigsten Mittel, um Krisensituationen beherrschbar zu machen. Aktiv auf die Öffentlichkeit zugehen, Informationslücken eingestehen und konsequent aufklären beugt Missverständnissen und einem nachhaltigen Vertrauensverlust vor. Das Internet kann dabei die entscheidende Monitor- und Informationsplattform sein.
