Unzufriedenheit mit Suchergebnissen



Auf ein grobes Missverhältnis im Suchalltag weist ECIN hin: 71% der Suchmaschinennutzer benutzen Suchmaschinen unter anderem zu Gesundheitsthemen, doch nur 16% davon finden auch das, was sie suchen.

Die Zahlen entstammen der Studie „Health Search: Assessing Consumers Demand for Health Vertical Search Engines“ von Jupiter Research. „Suchmaschinen müssen darauf hin arbeiten, ein angemessenes Gleichgewicht aus Sucheffizienz, Ergebnisqualität und proprietären Zusatzfeatures zu erreichen“ kommentiert David Schatzky von JupiterKagan das unbefriedigende Ergebnis. Solange die Komplexität der Suche dadurch nicht steige, würden User entsprechende neue Funktionen von Suchmaschinen begrüßen.

Die Kritik lässt sich auf andere Such-Themenbereiche übertragen. Wer Sachinformationen in Suchmaschinen sucht, wird oft nicht im ersten Anlauf zufrieden gestellt. Gerade in Zusammenhängen, die auch von erheblichem kommerziellen Interesse sind, kann der Ergebnismix sehr unausgewogen ausfallen.

Ein Beispiel: Gegen die Website eines kommerziellen Versicherungsvergleichs-Agenten als Resultat einer Krankenversicherungs-Suche ist an sich nichts einzuwenden – das Ergebnis ist relevant im besten Sinne des Wortes.
Widmen sich aber praktisch alle Ergebniseinträge der erste(n) Seite(n) diesem Thema, verdrängen sie auf diese Weise Journalistisches und Lexikalisches, Infos von Verbraucherverbänden, private Erfahrungsberichte und so fort.
Die Unterschiedlichkeit innerhalb einer Reihe von Suchergebnissen wird als Kriterium von Relevanz und inhaltlicher Qualität einer Ergebnisliste vernachlässigt. 84% unzufriedene Gesundheits-Sucher erstaunen so kaum und lassen in vielen anderen Bereichen auf Ähnliches schließen.

Welches Konzept wird der Herausforderung am ehesten gerecht? “Vertikale” Ein-Themen-Suchportale, wie die in der Jupiter-Studie genannten WebMD oder AOL Health? Verstärkung durch den „Social Search / Web 2.0“-Bereich, wie es z.B. Yahoo oder Lycos seit einer Weile anstreben? Erstarkende Such-Kompetenz der Nutzer und entsprechend zielsicherere Anfragen? Das letzte Wort in Sachen Ergebnisqualität ist offensichtlich noch lange nicht gesprochen.

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