Hosentaschennetworking
von: A&B FACE2NET | 16. Juni 2007 | Kategorie: face2blog
Mobile Internetanwendungen gelten einerseits zwar seit Jahren als das nächste große Ding, haben aber andererseits schon immer einen mehr oder weniger großen Geburtsfehler: sie funktionierten nicht. Alle ernstzunehmenden Versuche scheiterten (gerade hierzulande) wahlweise an der mangelnden Nutzeraktzeptanz, an der Technik oder aber die Angebote waren und sind schlicht so unattraktiv, dass sie nur mit viel Phantasie als interaktive, mobile Anwendungen bezeichnet werden können.
Nun hat sich eine, als Studentenprojekt gestartete, Berliner Social-Networking-Plattform daran gemacht, den Proof-of-Concept für intelligente internetbasierte mobile Anwendungen zu erbringen. Aka-Aki, wie sich das Projekt nennt, ist ein mobiler Social-Networking-Service und hat eigentlich alles, was man braucht um im digitalen Business marktfähig zu werden:
Eine starke Idee, die Technologie, eine mittlerweile gewachsene Infrastruktur (Flatrates und multimediafähige Handys) und eine steigende Technikakzeptanz vor allem in den jungen, innovationsfreudigen Zielgruppen.
Angetreten ist Aka-Aki nach eigenen Aussagen um den den Social-Networking-Gedanken dahin zu bringen, wo er hingehört: “auf die Straße”.
Jedes Mitglied der Community kann, wie von Myspace, StudiVZ oder Xing bekannt und gelernt ein Profil anlegen und sich nach Herzenslust präsentieren. Diese Informationen können von anderen User der Plattform nicht nur im Internet, sondern auch und bevorzugt per Handy abgerufen werden. Das hört sich nach lustigem Party-Spass und personalisierten Small-Talk-Themen-Resservoir an, ähnelt aber in dieser Form durchaus einer “riskanten Performance” (so Florian Hadler – einer der Köpfe hinter Aka-Aki). Denn: Noch nie war die virtuelle Selbstbeschreibung eines Person so nah mit seiner realen Erscheinung verknüpft wie durch die Hosentaschencommunity. Wie die Macher im launigen Interview mit dem elektrischen Reporter erläutern, wird hier der Realität eine weitere Wirklichkeitsebene hinzugefügt – virtuelle Selbsterklärung wird mit der persönlichen Präsenz kominiert. Besonders interessant wird dies mit der in Aka-Aki implementierten Bluetoothfunktionalität: In einer Reichweite von 20 Metern werden die Profile von in der Nähe befindlichen Mitgliedern der Community angezeigt. Je nach Informationsfreigabe ist so einiges vom Andern zu erfahren, können Kommunikationsanlässe und Interaktionen angestoßen werden. Gerade bei Jugendlichen, die sich über Gruppenzugehörigkeiten, Szenen und Peers definieren und differenzieren, könnten virtuelle Distiktionsmittel und Symbole, und insbesondere deren Sichtbarkeit für andere im persönlichen Nahbereich, zu einer Ergänzung im Habitus werden.
Aki-Aka könnte neuartige soziale Situationen und Interaktionen hervorbringen, die nicht nur Soziologen interessieren dürften, sondern die bei Erfolg auch Unternehmen und Marken aufmerksam machen dürften. Zumal – das Pocketnetwork auch für den Businesseinsatz denkbar ist.
Aka-Aki befindet sich derzeit noch in der geschlossenen Testphase. Am Beta-Release wird gearbeitet. Im Sommer soll es mit Tests in Berlin und Hamburg losgehen. Näheres auf dem Aka-Aki-Blog.

Die Idee in der nähe befindliche Mitglieder anzuzeigen finde ich gut… aber warum nur auf 20 Meter?
Vermutlich weil das die Reichweitenbeschränkung für die Bluetoothanwendung ist…