Zeit ist Geld



Der weltgrößte Marktforschungskonzern Nielsen kommt aufgrund von Technologien wie Ajax und der Verbreitung von Videos zu dem Schluss, dass nicht mehr Klicks, sondern Zeit das Maß aller Dinge im Netz seien. In Zukunft sollte die Aufmerksamkeit und damit der Wert einer Webseite aufgrund der Aufenthaltsdauer seiner Besucher bemessen werden und nicht mehr per Seitenabrufe.

Ob das allerdings wirklich “massive Umwälzungen für die Netzwirtschaft” bedeutet, wie Spiegel Online dramatisch formuliert, darf bezweifelt werden. Google, und damit das Unternehmen, das die meisten Onlinewerbeumsätze macht, rechnet in Klicks und das wird auch so bleiben. Videopages wie YouTube (mittlerweile ja Teil des Google-Universums), Sevenload oder Revver müssen ohnehin neue Werbemodelle entwickeln, wie etwa Videoads in Uservideos zu integrieren und abzurechnen sind. Videos auf Medienseiten wie bei Zeit.de, bei Spiegel Online oder beim Handelsblatt sind längst mit Werbung innerhalb der Videos ausgestattet und der Buchende zahlt per Abruf. Hier ein Beispiel eines Videoads in einem YouTube-Video [via Cherryflava]:

Ob, wie und warum nun Seiten, wie das im Artikel genannte Yahoo, die viel mit Ajax operieren und daher weniger Seitenabrufe haben als abrufintensive Seiten wie MySpace oder StudiVZ, andere Abrechnungsmodelle für ihre Anzeigen brauchen, das müssen sie ihren Werbekunden erklären. Aber Yahoo war ja schon immer recht kreativ im Ausdenken von neuen Werbemodellen.

Dass Pageviews kein besonders adäquater Wert für Online-Aufmerksamkeit ist seit langem klar. Und dass Zeit Geld ist, sowieso.

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