Zeit ist Geld
von: A&B FACE2NET | 10. Juli 2007 | Kategorie: markentrends online
Der weltgrößte Marktforschungskonzern Nielsen kommt aufgrund von Technologien wie Ajax und der Verbreitung von Videos zu dem Schluss, dass nicht mehr Klicks, sondern Zeit das Maß aller Dinge im Netz seien. In Zukunft sollte die Aufmerksamkeit und damit der Wert einer Webseite aufgrund der Aufenthaltsdauer seiner Besucher bemessen werden und nicht mehr per Seitenabrufe.
Ob das allerdings wirklich “massive Umwälzungen für die Netzwirtschaft” bedeutet, wie Spiegel Online dramatisch formuliert, darf bezweifelt werden. Google, und damit das Unternehmen, das die meisten Onlinewerbeumsätze macht, rechnet in Klicks und das wird auch so bleiben. Videopages wie YouTube (mittlerweile ja Teil des Google-Universums), Sevenload oder Revver müssen ohnehin neue Werbemodelle entwickeln, wie etwa Videoads in Uservideos zu integrieren und abzurechnen sind. Videos auf Medienseiten wie bei Zeit.de, bei Spiegel Online oder beim Handelsblatt sind längst mit Werbung innerhalb der Videos ausgestattet und der Buchende zahlt per Abruf. Hier ein Beispiel eines Videoads in einem YouTube-Video [via Cherryflava]:
Ob, wie und warum nun Seiten, wie das im Artikel genannte Yahoo, die viel mit Ajax operieren und daher weniger Seitenabrufe haben als abrufintensive Seiten wie MySpace oder StudiVZ, andere Abrechnungsmodelle für ihre Anzeigen brauchen, das müssen sie ihren Werbekunden erklären. Aber Yahoo war ja schon immer recht kreativ im Ausdenken von neuen Werbemodellen.
Dass Pageviews kein besonders adäquater Wert für Online-Aufmerksamkeit ist seit langem klar. Und dass Zeit Geld ist, sowieso.

Das PIs keine echte Grundlage sind, sollte allen klar sein, die sich mit der Vermarktung von Communities beschäftigen. Trotz extrem hoher Seitenabrufe läßt sich damit kaum Geld verdienen. Die CR ist mies, die Werbetreibenden wollen (zurecht) keine hohen TKPs buchen und CPA-Modelle funktionieren (wg der niedrigen CR) ebenfalls nicht.
Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass man neue Wege geht und nach Zeit abrechnet. Das wird dann allerdings problematisch, da man ja nur die aktive Zeit der Nutzer werten sollte (so mancher schaltet nachts nur den Monitor aus…).
Aber der Trend ist sicher richtig.
Die Ausführungen vom André sind sicher richtig, nur halte ich PIs immer noch für aussagekräftiger, als die auf einer Webseite verbrachte Zeit. Immerhin suggerieren hohe PIs pro Besucher eine gewisse Aktivität, während ich eine Webseite auch zwei Stunden lang im Hintergrund offen haben kann. So gesehen ist beides nicht das Gelbe vom Ei aber nach irgendwas muss man ja abrechnen.