web-2.0-onomics
von: A&B FACE2NET | 16. Februar 2007 | Kategorie: markentrends online
Die taz hat sich gestern in einem Artikel des Hamburger Informatikprofessors Arno Rolf mit dem Titel “Der Kunde als Gratis-Designer” mit den ökonomischen Folgen des Web 2.0 Phänomens auseinandergesetzt. Laut taz ist das Web 2.0 ein Paradies für Firmen zur Rationalisierung und zur kostenlosen Abschöpfung kreativer Ideen. Im Wesentlichen bestehen die web-2.0-onomics in diesem Artikel aus drei Bereichen:
- “Self Service Economy” – Die Selbstabwicklung von Dienstleistungen, die dadurch eingespart werden können, durch den Nutzer.
- “Webshoring” - Das outsourcen von Arbeitskräften, die dann virtuell wieder eingegliedert werden (und dabei die großen Verlierer sind)
- “Jäger und Sammler” – Die aktiven Prosumer des Web 2.0, die sich selber als “Jäger” der besten Ideen sehen und doch nur von den “Sammlern” der Unternehmen abgeschöpft werden.
Doch was davon ist nach Abzug des “taz-Faktors” Realität und was nicht?
“Self Service Economy”: Ist es wirklich ein Verlust an Dienstleistungsqualität, wenn man sich heute nicht mehr vom Reisebüro in einem x-beliebigen Hotel einquartieren lassen muss, dass zwar dem Dienstleister die höchte Provision bietet, dem Kunden aber den schlechtesten Service, sondern stattdessen qualitativ hochwertige Unterkünfte zu günstigen Preisen selber recherchieren und buchen kann?
“Webshoring”: Auch in Zeiten der Internetökonomie kommt man als Unternehmer nicht um einen Stamm festangestellter Mitarbeiter herum, die den Kern eines jeden Unternehmens bilden und von hoher Loyalität zu ihrem Arbeitgeber geprägt sind. Natürlich gibt es nicht nur postive Beispiele, sondern wie in allen Bereichen des Lebens auch negative Ausreißer, aber nicht alle freien Mitarbeiter sind nur zwangweise freie Mitarbeiter, die sich heimlich nach einer Festanstellung sehnen, sondern viele haben diese Lebenswelt aus freien Stücken gewählt.
“Jäger und Sammler”: Es mag sicherlich den einen oder anderen User geben, der am Ende völlig überrascht ist, wenn die Marke seine in der Community geäußerte Idee aufgreift und ihn dafür dann nicht honoriert. Allerdings kann man heutzutage sicherlich guten Gewissens ein gewisses Maß an Selbstaufklärung des Nutzers verlangen. Es spricht ja auch nichts dagegen, in der nutzergenerierten Welt des Web 2.0 der kapitalistischen Abschöpfungsstrategie mit virtuellen Gegenbewegungen zu begegnen. Wo ist denn die Web 2.0 Gewerkschaft, die die Rechte der Nutzer vertritt? Wo ist die Vereinigte Internetnutzergewerkschaft vere.int ? DAS wäre doch mal ein wirklich interessantes Phänomen der Internetökonomie!
Vermutlich sind die Gewerkschaften aber von den Internetöffentlichkeiten zu weit entfernt. Oder sie sind doch nahe dran, aber dann ist diese Arbeit nicht öffentlich sichtbar. Daher ein kleiner Tipp: Das Netz ist die Straße der Zukunft!
