Trend der Woche: Twitter
von: A&B FACE2NET | 18. März 2007 | Kategorie: markentrends online
Man kann es für ein ewiges Geheimnis der Natur halten oder für eine evolutionäre Sackgasse: Die menschliche Eigenschaft, Überflüssiges, ja gänzlich Sinnfreies, besonders leicht in verdauliche Informationshäppchen zu verpacken, zu behalten und bei jeder Gelegenheit wiederzukauen, während man andererseits (an manchen Tagen oder überhaupt) schon beim gedanklichen Abrufen festverankerten Schulwissens, wie z.B. dem Satz des Pythagoras, Probleme bekommt.
Sobald sich diese Informationen noch mit Nachrichtenwerten wie “Prominenz” oder “Nähe” (also: der Blick in Nachbars Fenster) charakterisieren lassen, wird das Gehirn endgültig zum Schwamm und Mensch zum aktiven, “voyeuren” Informationssucher.
Alles soweit so schlimm, niemand wird sich davon jemals gänzlich freisprechen können und letztendlich geht das auch völlig in Ordnung: An Gala, der Bunten und nicht zuletzt der BILD-Zeitung hängen schließlich auch Arbeitsplätze.
Im Universum des Web 2.0 gesellt sich nun eine weitere Eigenschaft hinzu: die des freiwilligen und engagierten Publizierens (auch diese größtenteils harmlos bis äußerst unterstützenswert und daher an und für sich eine großartige Sache). Bisweilen allerdings findet sich so, was sich nicht finden sollte und es formiert sich eine unheilige Allianz. So bei unserem Trend der Woche: Twitter.
Twitter ist eine Community, die sich einzig der Beantwortung der Frage verschrieben hat, was seine Mitglieder im Moment machen (bzw. dem permanentem Posten von Antworten hierauf ). Hört sich lustig an, ist es sicherlich für einige auch, irgendwie, geistert daher seit Tagen durch die Blogoshäre, findet aber Gott sei Dank nicht nur Unterstützer, die die Community der sinnfreien Zirkulation von Informationen, die keiner braucht und auch nicht lesen will, zum Hype erklären.
An dieser Stelle schließen wir uns gerne dem Werbeblogger an, der hier alles sagt, was es dazu zu sagen gibt:
“Twitter zeigt uns die merkwürdige Randkruste des Web 2.0. Ein von außen betrachtetes Sammelbecken einsamer, oberflächlicher und mit Aufmerksamkeitsdefiziten überhäufter Netzidentitäten, die weder Partner, Freunde, Familie oder Beruf zu haben scheinen. Sie haben wohl auch niemanden in der Nähe oder in IM-Reichweite, den es gerade interessieren könnte, ob sie in der Nase popeln, Pipi machen oder ihre Arbeitspause gerade nutzen um zu posten, dass sie gerade eine Pause machen.”
