Campaigning 2010: “Political Conversations”
von: A&B FACE2NET | 14. Mai 2007 | Kategorie: digital conversations
Politische Dialogkommunikation im Web 2.0
Die veränderten Strukturen im Web 2.0 ermöglichen eine neue Qualität der Kommunikation in Hinsicht auf Dialog, Transparenz, Vernetzung und Zusammenarbeit – auch in der Politik. Nach einer Phase der Konzentration von Inhalten und Aufmerksamkeit auf wenige große Anbieter kehrt das Web nun quasi wieder zu seinen Wurzeln zurück: der Kommunikation “vieler mit vielen”. Neu sind dabei Dynamik und Wirkung der Diskurse, denn die Teilnehmer sind individuell ganz anders aufgestellt und untereinander viel stärker vernetzt als dies bislang der Fall war.
Auswirkungen auf die Politik
Persönliche Beziehungen und leidenschaftliche Diskussionen waren schon immer ein Eckpfeiler der Politik – das ist im Web 2.0 nicht anders. Menschen tauschen sich aus über politische Themen, aber das nicht mehr nur innerhalb ihrer Gruppe, sondern vor den Augen der Netzöffentlichkeit, aus deren Mitte sich jederzeit weitere Kommunikatoren einschalten können. Die neuen Interaktionsstrukturen ermöglichen dabei neuen Formen der Partizipation am politischen Prozess. Zahlreiche Menschen streben nach aktiver Teilhabe. Sie sagen, was sie denken und was sie für vernünftig halten. Und sie möchten gehört werden.
Neue Herausforderungen für die politische Kommunikation
Kritische Debatten zu aktuellen Themen laufen und sind nicht kontrollierbar. Wer sich daran nicht beteiligt, hat bereits verloren. Häufig wissen jedoch öffentliche Personen und Organisationen gar nicht, wer im Netz wie über sie redet. Daher gilt es zunächst, das Geschehen genau zu beobachten und die soziale Dynamik dahinter zu verstehen. Für ein systematisches Monitoring bedarf es hier neuer Methoden und Instrumente.
Digital Conversations in der politischen Kommunikation
Mit Weblogs haben engagierte Teilnehmer der Diskurse eigene Plattformen – zum Teil so aufmerksamkeitsstark, dass sie darüber zu ihren Themen eigene Kampagnen fahren können. Neue Meinungsführer stehen bereit, die Arena zu betreten. Diese Akteure gilt es zu identifizieren und einzubeziehen: ihr Respekt kann eines Tages sehr wichtig werden. Zugleich sind sie ein guter Indikator für Veränderungen und ein Frühwarnsystem für drohende Krisen.
Die Chancen des Dialoges nutzen
Die größte Herausforderung besteht darin, an den vernetzten Diskursen der Anspruchsgruppen aktiv teilzunehmen und gerade in schweren Zeiten die Chancen der Klarstellung und Vermittlung zu nutzen. Dafür braucht es medien- und zielgruppenspezifische Kommunikationsangebote für einen nachhaltigen Dialog nach innen und außen. Die erkennbare Bereitschaft, sich auf diese neue Kultur der Kommunikation einzulassen, wird belohnt und kann helfen, neue Potentiale zu erschließen.
Mit Offenheit zur digitalen Reputation
Im offenen Austausch können neue und dauerhafte Beziehungen zur Öffentlichkeit im Web 2.0 aufgebaut und gesteuert werden. Wenn die digitale Kommunikation als Dialog zwischen Politik und Öffentlichkeit verstanden und umgesetzt wird, zahlt sie nachhaltig auf die digitale Reputation ein. Das erfordert viel Fingerspitzengefühl und Geduld: Respekt und Ansehen wollen gerade im Web 2.0 erst erworben werden.
