Archiv für April, 2007

Digital Divide mal anders

Da dachte man doch immer die digitale Spaltung des Landes erfolgt an der Grenze zwischen arm und reich, zwischen Intelligenzija und Prekariat. Mitnichten, wie uns Thomas Knüwer augenöffnend vorführt, die digitale Spaltung verläuft zwischen Mächtigen und Normalbürgern, zwischen Wollen und Ignoranz.
Wenn Ignoranz und Unkenntnis bei den vielzitierten Entscheidern und Multiplikatoren weiter dominieren, dann brauchen wir – um Klüwers Beispiel vom globalen Wettbewerb aufzugreifen – bald statt Greencards für Inder (die sich mit der digitalen Welt bestens auskennen) eine Screencard für unsere vermeintliche Elite. Wer in diesem unserem Lande Schaltestellen besetzen will, muss erst einmal nachweisen, dass er oder sie überhaupt schon 21. Jahrhundert angekommen ist.
Aber es gibt auch Lichtblicke am digitalen Horizont: Wir haben in unseren Kundenbeziehungen durchaus Entscheider 2.0 mit echter digitaler Kompetenz kennengelernt – nur sind sie (noch) in der Minderzahl.

Ups, I did it again…

…and again and again.
Wenn es mal wieder schnell gehen muss mit dem Bloggen, dann lässt sich mitterweile immer und ohne genauere Prüfung titeln: “Google kauft das Unternehmen XYZ für soundsoviel Millionen auf”.
Heute muss es schnell gehen und daher heisst das Unternehmen im neuesten Falle DoubleClick Marratec und wurde für 3,1 Mrd Dollar eine unbekannte Summe aquiriert. Das Startup mit Sitz in Schweden, beschäftigt sich mit der Entwicklung von e-Meeting-Lösungen. Die Software dient der Organisation von virtuellen, web-basierten Konferenzen via Text-Chat, VoIP oder Videokonferenz und gemeinsam genutzer Anwendungsprogramme. Die Clientsoftware könnte zukünftig die Desktopangebote Googles ergänzen.
Über Nacht gab es dann noch eine weitere Neuerung in der “Billion Dollar Corporation”: Die ungewohnt erfolglose Produktsuchmaschine Froogle heisst ab heute ganz einfallsreich einfach Google Produktsuche. Wenn es trotz neuen Namens immer noch nicht klappt, kann man ja immer noch einen Konkurrenten kaufen…

Medienbruch

Auch im Weblog darf es mal ein tagesaktueller Fernsehtipp sein: Der Themanabend heute ab 22 Uhr auf arte: “Google, Apple, Microsoft… Die neuen Herren der Welt” . Mehr brauchen wir an dieser Stelle gar nicht zu sagen, denn hier wird die Dokumentation “Wer hat Angst vor Google” ab morgen dann auch online, und damit mediengerecht zu sehen sein.

Aufgewacht und mitgemacht

0,16% sind zuwendig. Eindeutig. Das geht gar nicht: Unrühmlich, schmählich, schwach. Nur 0,16% machen da mit? Da hat unser Leitmedium schon recht wenn es teasert:

Besonders viele Surfer scheinen sich an dem als “Mitmach-Internet” gepriesenen Web 2.0 nicht zu beteiligen. Eine Studie legt nahe, dass Webseiten und Online-Dienste die zu Interaktion aufrufen, meist nur zur Berieselung genutzt werden.

So, damit dürfte sich das Web 2.0 wohl erledigt haben.
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Weisheiten des Internets

Wer ist Googles größter Konkurrent?
a) Microsoft
b) Baidu

Was ist die größte 3D-Welt im Netz?
a) Second Life
b) HiPiHi

Warum scheitern die meisten Online-Spiele nach westlichem Muster in China?
a) Weil sie schlecht übersetzt sind
b) Weil sie den Einsatz der linken Hand erfordern

Wem diese Fragen – und noch mehr die Antworten – seltsam vorkommen mögen, dem sei der elektrische Reporter ans Herz gelegt. Hier versorgt uns Oliver Ueberholz mit den (fernöstlichen) Weisheiten des Internets.

Trend der Woche: Chat mit dem Hund – Social Cloning

Das geht nie vorbei: Der Traum aus Kindheitstagen vom geheimen Zwilling aus dem Schrank, dem willfährigen Genie, das für einen bereitwillig den Mathematik- oder Kunstuntericht (je nach Neigung) auf sich nimmt und nebenbei das schafft, wonach man selbst vergeblich strebt: gute Noten.
Wer glaubt, dass Abhilfe hier nur die Zukunft oder ein Kästnerscher Zufall erster Güte bringen kann, der irrt. Zumindest für den online-induzierten Kommunikationsstress gibt es nun eine fein-geklonte Lösung: My CyberTwin, den virtuellen Chat-Zwilling.
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