Archiv für März, 2007

Kredite mit menschlichem Anlitz

…gibt es nun auch im deutschen Web 2.0. Mit smava ist die erste deutschsprachige “Socialsmava Lending” Plattform gestartet, die eine Kreditvergabe im peer-to-peer-Verfahren anbietet. “Kredite von Mensch zu Mensch”, so lautet die Idee hinter der Plattform, die in ähnlicher Weise bereits in England und den USA exsitiert (z.B. Prosper und Zopa). Jeder Nutzer kann Kredite vergeben oder Geld aufnehmen. Der User bestimmt dabei selbst, wem er sein Geld leihen oder zu welchen Konditionen er einen Kredit aufnehmen möchte. Nach Vorstellung seiner Geschäftsführer soll smava für Geldanlagen das werden, was Ebay für Gebrauchs- und Konsumgüter ist. Weiterlesen »

Update: Twitter

Nein, wir finden Twitter immernoch nicht besser als in diesem Beitrag. Wir haben nur, dank geschätztem [via], ein Service gefunden, der den exibitionistischen Zwang, sich selbst zu zeigen, mit dem voyeuristischem Beglotzen von Nutzlosem, noch besser kombinieren könnte, als Twitter. Atten.tv heisst der Dienst und ermöglicht es, nachzuverfolgen, wo andere (angemeldeldete) User gerade surfen: Die Beobachtung von Aufmerksamkeit wird das in der marketinggerechten Selbstdarstellung von Atten.tv genannt. Grenzenlose, darstellende Surfkunst von Menschen mit Aufmerksamkeitsdefiziten könnte man es auch nennen. Egal welche Seiten sie aufrufen werden, was auch immer sie auf Google suchen, welche Dienste sie in Anspruch nehmen – es wird immer schon jemand da sein und sie und ihre Aufmerksamkeit liebevoll beäugen. Toll!

Haftungsfragen bei Corporate Weblogs

Einen Leitfaden für Haftungsfragen bei Weblogs, hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) diese Woche herausgegeben. Er soll Unternehmen einen ersten Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen geben und illustriert diese mit aktuellen Urteilen der Rechtssprechung. Der Leitfaden ist hier als pdf abrufbar.

Trend der Woche: Consumer Empowerment

Darüber, ob, und wenn ja wieviel, Gestaltungsmacht über die Marke beim Kunden liegen sollte, lässt sich ausgiebig diskutieren. Und selbst wenn der Wunsch, Kunden zu aktiven Botschaftern und gestaltenden Teilhabern an der Marke zu machen, in die Tat umgesetzt werden soll, ist keineswegs klar, welcher Weg und welche Maßnahmen zum Consumer Empowerment sinnvoll und zielführend sind.
Eine mögliche Maßnahme bietet die Firma Personavia ihren Kunden an. Über eine patentierte Gesichtserkennungssoftware, die es möglich macht, von lokal abgespeicherten oder auf Webseiten (z.B. flickr) eingestellten Fotos die Gesichter auszulesen, bietet sie personalisierte Mitmach-Kampagenen mit viralem Effekt an. Sicherlich ein kurzweiliger und lustiger Ansatz, seine Kunden zu “Werbestars” zu machen und so brand-awareness und Markennähe zu schaffen. Levis, HP oder Chevy haben diesen Weg auch bereits beschritten.
Für ein echtes Konzept von Consumer Empowerment ist eine einzelne virale Mitmach-Werbmaßnahme natürlich bei weitem nicht ausreichend. Eine Schwalbe macht eben noch keinen Sommer – auch nicht im Web 2.0.

Obamas unfreiwilliger Partisanenwahlkampf und sein heimlicher Gewinner

Zero Assignment

Amerika regt sich auf und Spiegel Online stürzt sich drauf: Der ach so nette Barack Obama, der doch für einen neuen, versöhnlichen Politikstil stehen will, wird mit einem Video in Verbindung gebracht, das Hillary Clinton mit Orwell’s Big Brother in Verbindung bringt. Gar nicht korrekt sowas. Und ganz schön viele Verbindungen. Was ist da also passiert? Weiterlesen »

Trend der Woche: Twitter

Man kann es für ein ewiges Geheimnis der Natur halten oder für eine evolutionäre Sackgasse: Die menschliche Eigenschaft, Überflüssiges, ja gänzlich Sinnfreies, besonders leicht in verdauliche Informationshäppchen zu verpacken, zu behalten und bei jeder Gelegenheit wiederzukauen, während man andererseits (an manchen Tagen oder überhaupt) schon beim gedanklichen Abrufen festverankerten Schulwissens, wie z.B. dem Satz des Pythagoras, Probleme bekommt.
Sobald sich diese Informationen noch mit Nachrichtenwerten wie “Prominenz” oder “Nähe” (also: der Blick in Nachbars Fenster) charakterisieren lassen, wird das Gehirn endgültig zum Schwamm und Mensch zum aktiven, “voyeuren” Informationssucher.
Alles soweit so schlimm, niemand wird sich davon jemals gänzlich freisprechen können und letztendlich geht das auch völlig in Ordnung: An Gala, der Bunten und nicht zuletzt der BILD-Zeitung hängen schließlich auch Arbeitsplätze. Weiterlesen »

Pro(fessional) am(ateur) journalism

Und weiter geht es mit der Diversifizierung der journalistischen Profession im Netz: der neueste Trend nennt sich pro-am journalism.Zero Assignment Als ein Experiment im Bereich des vernetzten citizen journalism versteht sich Assignment Zero, eine redaktionell betreute Plattform zur gemeinschaftlichen Recherche und journalistischen Aufbereitung von Themen. Verantwortlich zeichen Wired News und newsassignment.net. Sinnigerweise dreht sich das erste Thema, das von allen Engagierten und Registrierten in einem größeren, netzgerechten Umfang kollaborativ aufbereitet werden soll um das gemeinsame Schaffen im Internet.
Von wunderlich schönen 3D-Träumen oder 10 000 Open Source Schafen bis zu schwarmintelligenten Filmprojekten und Parteien – es darf gecrowdsourced werden über Crowdsourcing. Wir beobachten weiter – kollaborativ versteht sich!

Trend der Woche: Communities und kein Ende

Trend der Woche, des Monats, schlechthin:Bloomstreet
Auch nach dem (also: dem und dem) Wirbel um StudiVZ bleibt das Gemeinwesen im Internet spannend: MySpace wächst kontinuierlich (derzeit geschätzte 160 Mio Nutzer weltweit), wird mittlerweile auch von der Polizei für die aktive Verbrecherjagd entdeckt und hat nun in Deutschland Konkurrenz bekommen. Bertelsmann Das 15-köpfige-Startupteam von W/rite Media macht sich mit Geld von Bertelsmann und mit Bloomstreet.net daran, dem Platzhirsch Marktanteile abzujagen und sich vom immer noch wachsenden Communitykuchen ein Stück abzuschneiden. Natürlich erstmal in politisch korrekter Betaversion. Ob Beta oder nicht, der Name erinnert – wie schon Basic Thinking bemerkt – stark an Bloomberg. Vielleicht ist die Ähnlichkeit ja bewusst gewählt, weil sich Bloomberg mit der Berichtersattung über Geld verbrennen auskennt. Wir sind gespannt…

Wir nennen es Werbung

Bloggen macht sich (bald) (vielleicht) (zunächst für einige) (später unter Umständen für mehr) wieder ein Stück bezahlter:

Sascha Lobo (u.a. Riesenmaschine, Wir nennen es Arbeit, digitaler Bohemian) und der Spreeblickverlag haben sich zusammengetan und mit adical eine Plattform für Werbung in Blogs geschaffen. Adical ist zunächst als geschlossenes Netzwerk des Gelderwerbs ausgewählter Blogs konzipiert und wirbt für sich selbst mit der vorhandenen “Credibility”: Blogvermarktung von Bloggern für Blogger. Das könnte was werden – erstmal natürlich eine Diskussion.

Trend der Woche: Social Brainstorming

Irgendwo zwischen Kollaboration und Crowdsourcing wird er Die Menschen hinter brainRderzeit verortet, der abstrakte (ökonomische und soziale) Nutzen der Social Socioeconomic Software. Wer sich eher zur praktischen Hälfte der Menschheit zählt, sich also auch im Laden gerne mal den rationalen Produktnutzen am Gerät oder Mann demonstrieren lässt, der sollte schnellstmöglich brainR einen Besuch abstatten. Durch die Nutzung der Seite wird auch all jenen, denen sich der tiefere Sinn von Social Bookmarking Sites und Co. noch nicht so richtig erschlossen hat, schlagartig klar, wie hilfreich, edel und gut das Web (2.0) sein kann: brainR transformiert die alte aber nach wie vor gescheite Idee des Brainstormings ins Web 2.0 und öffnet allen verzweifelt Suchenden einen globalen Pool an Mitstürmern auf der Jagd nach Ideen, Produktnamen und Angeboten oder ermöglicht ein geruhsames, gemeinsames Nachdenken über die Frage : “Wie werde ich durch das Internet reicher”

(via. Bernd Röthlingshöfer)