Archiv für Februar, 2007

Verlage ans Netz

Was bisher geschah…
Im Rückblick auf das vergangene Jahr, lässt sich ein großer Medientrend ausmachen, der sich auch 2007 weiter fortsetzten wird:  Die klassischen Medien, im Besonderen  die Tageszeitungen zieht es ins Netz. Eine Entwicklung, die nur zum Teil auf einer willentlichen, aktiven Hinwendung der Verlage zum „neuen“ Medium Internet beruht und der eine altbekannte Krisendiagnose zugrunde liegt.

Dieser Krisendiskurs ist nicht neu: Das Zeitungswesen durchlief immer wieder handfeste Krisen. Mit jeder technischen Innovation und ihrer Verfestigung als neues (Massen-)Medium wurde das Ende des „täglichen Blattes“ prognostiziert. Mit dem Aufkommen des Radios ebenso, wie später mit der Durchsetzung des Fernsehens. Verdrängt wurde das gedruckte Wort davon bekanntlich nicht.
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Trend der Woche: webbasierte Applikationen

Diese Woche war es dann soweit:

“The day that everyone knew was coming has arrived” (techcrunch)Google Apps

Google hat mit seiner Google Apps Premier Edition eine webbasierte Business-Suite gelauncht und macht damit in seiner Entwicklung einer Alternative zum Microsoft Office Paket einen weiteren, offensiven Sprung nach vorn. Das Paket besteht aus Googles bekannten Kommunikationstools, kombiniert mit online-basierten Lösungen zur kollaborativen Officearbeit. Auch der Preis der Suite, die bisher (noch) keine Variante einer Präsentations-Software enthält, stellt eine deutliche Kampfansage an den Branchenprimus Microsoft dar. Mit jährlich 50 Dollar liegt es deutlich unter den Kosten für die Buisnessversion von Microsoft Office. Die lange angekündigte Verlagerung von desktopbasierten Programmen ins Internet ist also wieder einen deutlichen Schritt weiter.

Eine kurze “Für-und Wider-Liste” dazu gibts auf wired.

Trend der Woche: Pfeifen im Web 2.0

Mixen, Mashups kreieren, Feeds zusammenstellen: Diesen Service bietet Yahoo seit kurzem mit Yahoo Pipes an. AusYahoo Pipes verschienden Datenquellen lassen sich über eine browser-basierte grafische Entwicklungsumgebung per Drag an Drop individuelle Feeds zusammenstellen,welche die für den jeweiligen Anwender releventen Infirmationen bündeln. Angesichts der stetig steigenden persönlichen Datenflut – der “quantitativen Kehrseite” des Web 2.0 ein äußerst interessanter Weg der Informationskanalisierung. Das RSS-Mashup-Tool, mit dem sich Yahoo in erster Line an versierte Nutzer und Entwickler richtet, befindet sich derzeit in seiner Public-Beta-Version und kann also nach Herzenslust von jedermann getestet werden.

web-2.0-onomics

Die taz hat sich gestern in einem Artikel des Hamburger Informatikprofessors Arno Rolf mit dem Titel “Der Kunde als Gratis-Designer” mit den ökonomischen Folgen des Web 2.0 Phänomens auseinandergesetzt. Laut taz ist das Web 2.0 ein Paradies für Firmen zur Rationalisierung und zur kostenlosen Abschöpfung kreativer Ideen. Im Wesentlichen bestehen die web-2.0-onomics in diesem Artikel aus drei Bereichen:

  • “Self Service Economy” – Die Selbstabwicklung von Dienstleistungen, die dadurch eingespart werden können, durch den Nutzer.
  • “Webshoring” - Das outsourcen von Arbeitskräften, die dann virtuell wieder eingegliedert werden (und dabei die großen Verlierer sind)
  • “Jäger und Sammler” – Die aktiven Prosumer des Web 2.0, die sich selber als “Jäger” der besten Ideen sehen und doch nur von den “Sammlern” der Unternehmen abgeschöpft werden.

Doch was davon ist nach Abzug des “taz-Faktors” Realität und was nicht? Weiterlesen »

One step closer

Der großartige Flashfilm EPIC 2015 hat es mit seinem recht düsteren Szenario zur zukünftigen Verknüpfung unserer aller persönlicher Daten im Internet zu einer gewissen Popularität geschafft. Die Realität im Netz ist dem, was in diesem Film als Zukunftsszenario passend in dunklen Farben in Szene gesetzt wird, jetzt einen Schritt näher gekommen.
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Schlaues Plugin

Plugins sind manchmal cleverer als man denkt. Da nutzt man sie eine ganze Weile und plötzlich stellt man erfreut fest, dass Plugin etwas kann, von dem man gar nicht annahm, dass Plugin das könnte. Snap Preview zum Beispiel: Das quirrlig-kleine Vorschaufenster, das Links so herrlich in vorwitzig aufploppenden, pastelligen Fenstern anzeigt, lässt sich auch ganz einfach abschalten. Von jedem Besucher der Seite – einfach , indviduell , gut. So darf jeder Nutzer gerne selbst entscheiden, ob er das Feature nutzen möchte oder nicht. Jedermanns Sache (auch hier gab es interne Diskussionen) ist das Preview-Fenster ja nun nicht. Dass das Plugin so rücksichtvoll daherkommt und sich bei Liebesentzug der User einfach verabschiedet ist schön. Der Einfall, dass man seine Leser nachdrücklich auf diese Option hinweisen könnte, ist ebenfalls sehr nobel. Der Werbeblogger kam auf die Idee. Schlau. Guter Gedanke. Danke.

Blogstudie `07

Die Ergebnisse der Blogstudie 2007: “Informationssuche im Internet – Blogs als neues Recherchetool”, die vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften der Universität Leipzig in Kooperation mit Ask.com Deutschland durchgeführt wurde, liegen seit einigen Tagen vor. Im Rahmen der Studie wurden über 600 “Heavy-User” und “Trendsetter” im Internet zu ihren Nutzungsgewohnheiten und ihren Umgang mit Weblogs befragt. Im Ergebnis zeichnet die Studie ein genaues Bild der derzeitigen Nutzungsmotive von Weblogs und entwirft eine Typologie der Blognutzer.
Besonders interessant für Marketing und Kommunikation erscheint dabei die Rolle der Blognutzer als “investigative Multiplikatoren”. In einer außführlichen Präsentation der Ergebnisse auf dem Meinungsmacherblog schreibt der Autor der Studie Prof. Dr. Ansgar Zerfass dazu:

“Die Bedeutung für die Wirtschaft liegt auf der Hand: Blognutzer sind interessante Dialogpartner für Marketing und Unternehmenskommunikation sowie alle, die sich frühzeitig mit gesellschaftlichen Trends, neuen Ideen und kritischen Stimmen auseinandersetzen wollen.”

weitere Infos im Meinungsmacherblog. Der Ergebnisbericht der Studie steht hier zum Download bereit.

Offline-Werbung ohne Zukunft?

Für die Offline-Werbung in TV und Print sagt Maurice Lévy, Vorstandsvorsitzender der Werbeagentur Publicis, genau dies vorher. Lévy kann sich gut vorstellen, dass traditionelle offline Werbung in der digitalen und mobilen Welt keinen Platz mehr hat. Er rät daher allen Werbetreibenden sich mit Web 2.0 Marketingkonzepten auseinanderzusetzen, um Gespräche mit den Kunden zu eröffnen. (via iBusiness)

Unsere Einschätzung dazu: Werbung wird auch weiter ihren festen Platz im Portfolio der Marketer haben. Allerdings wird sich die Werbung unter dem Einfluß der Web 2.0 induzierten Prozesse verändern. Sie wird stärker auf den einzelnen Konsumenten zugehen müssen und sie wird sich auf den prozesshaften Kommunikationsrahmen von PR und Online-Kommunikation zubewegen müssen, denn genau das wird vom modernen Prosumer erwartet.

Genau aus diesem Grund haben wir vor kurzem mit “Digital Conversations” ein entsprechendes Beratungsangebot formatiert, um die Gespräche und Beziehungen zwischen Marken und Kunden zu moderieren. Denn: Marken müssen dort Präsenz zeigen, wo über sie gesprochen wird, wenn sie Ihre Kunden auch in Zukunft erreichen wollen.

 

Crowdsourcing in der politischen Kommunikation

Der Begriff “Crowdsourcing” wurde geprägt durch einen Artikel von Jeff Howe in der Zeitschrift “Wired” und bezeichnet die Auslagerung von Aufgaben (Outsourcing) an die große Schar von Amateuren (crowd) im Internet, die diese in ihrer Freizeit gegen Entgelt erledigen.

Hintergrund der Entwicklung
Durch intelligente Plattformen im Internet können sich Leute mit freier Zeit und Interesse an kleinen Nebentätigkeiten in großer Zahl einfach und unabhängig von Ort und Zeit beteiligen. So können Organisationen brach liegende Potenziale erschließen und im Vergleich zur Eigenleistung oder dem Bezug von kommerziellen Anbietern erhebliche Kosten einsparen. Beschleunigt wird die Entwicklung dadurch, dass professionelle Werkzeuge wie Computer, Kameras und Software heutzutage auch für Amateure verfügbar und erschwinglich geworden sind.
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Trend der Woche: virtuelle Produkteinführungen

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Diesen Trend werden wir wohl zukünftig öfter zu sehen bekommen. Einen ersten Eindruck davon vermittelte Microsoft zum Launch von Windows Vista in Second Life: Branding, Kooperationen, Konzert, Billboards etc.: Mit großem Vermarktungsaufwand wurde die virtuelle Plattform zur Einführung des neuen Produkts bespielt. Einen Hintergrundbericht gibt es hier zu lesen.